Stressbelastung durch COVID-19 – „PEP“ in der Krise

In diesem Artikel geht es darum wie Stressbelastungen vor, während und nach der Krise auf uns einwirken. Außerdem möchten wir von unseren Erfahrungen durch die Arbeit in Schulen mit dem Präventionsprogramm “PEP” – Positive Energy Project berichten. Es bietet  besondere Bewältigungsmöglichkeiten im Hinblick auf die Zeit in und nach der Pandemie

Schon vor der Krise schlug der Präventionsradar der Krankenkassen aus:

Fast jeder zweite Schüler leidet unter Stress!

Hoher Leistungsdruck, schlechte Noten oder Mobbing in den sozialen Medien: ca. 43 Prozent der Schüler leiden nach einer  Untersuchung der DAK Gesundheit unter Stress – mit Folgen. Ein Drittel der betroffenen Jungen und Mädchen klagt demnach über Beschwerden wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schlafprobleme und Panikattacken.” 

Quelle Aerzteblatt.de Freitag, 1. September 2017

Stress nimmt mit den Schuljahren zu.  Der Schulalltag war nicht unbedingt komplizierter als in der Vergangenheit, wurde aber auch schon vor der Krise zunehmend komplexer. 

Mit dem Präventionsprogramm “PEP” – Positive Energy Project konnten wir mithilfe seiner Inhalte und Methoden erheblich zur Stressbewältigung beitragen. Die Schüler*innen nahmen mit Begeisterung und vor allem freiwillig an den Einheiten teil. Auch für Lehrer*innen gab es Angebote. 

A.Poguntke Pädagogin und Multiplikatorin schrieb:  Durch das PEP mit Sezai Coban entstand für mich eine „Insel“ im schulischen Alltag. (…) Auch Schüler mit ausgeprägter ADHS Symptomatik konnten zur Ruhe kommen, das war beeindruckend! “

Viele Jugendliche belastet die Corona Zeit

Karl Lauterbach, SPD Bundestagsabgeordneter,  twitterte am 13.Nov. 2020:

Die Lage in Schulen ist leider außerhalb jeder Kontrolle.”      

(https://twitter.com/Karl_Lauterbach/status/1327045699427573762?s=03

Die Schulen stehen unter großen Belastungen; das ständige Hin- und Her zwischen Präsenz-, Online- und Hybridunterricht. Maskenpflicht, Notbetreuung, Planungsunsicherheiten, Corona-Leugner oder Angst vor der eigenen Zukunft gehen nicht spurlos an allen vorbei. Es ist eine psychische Belastungen für alle.  “Viele junge Menschen leiden nach einer Mannheimer Studie wegen der Coronakrise unter großen Sorgen, Ängsten oder depressiver Stimmung. 57 Pro­zent von 666 befragten 16- bis 25-Jährigen waren belastet, 38 Prozent mittel bis schwer, wie das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI)  mitteilte. 

 „Unsere Daten zeigen: Mit zunehmendem Grad der sozialen Iso­lation wurde das Risiko einer psychischen Belastung immer größer, erklärte ZI-Mitarbei­ter Christian Rauschenberg.

vgl. Viele Jugendliche während Coronazeit psychisch belastet (aerzteblatt.de) Zugriff am 08.02.2021

PEP in der Krise

Wir konnten gleich zu Anfang des erstens Lockdowns rasch auf Onlineunterricht umstellen. Durch Prävention und Reduktion haben wir den Belastungen ausgelöst durch diese veränderte Situation entgegengewirkt. Durch die Online-Version konnten sogar alle Familienmitglieder am PEP teilnehmen. 

S.Starz, Schulleitung Freie Schule Lindau e.V. schrieb unserem gemeinsamen Kooperationspartner der TK folgende Zeilen:

“Gerade auch in den letzten schwierigen Monaten war es unglaublich, wie sehr Sezai sich „reingehängt“ hat, ganz schnell und flexibel neue Wege mit uns gegangen ist, die Kinder und uns Lehrer  ”PEP”  „versorgt“ und begleitet hat. Auch einige Eltern und Honorarkräfte konnten so „einfädeln“, bei manchen hat zu Hause vor dem Pad die ganze Familie mitgemacht :-). Was für ein Geschenk in diesen Zeiten!” – An dieser Stelle auch nochmal ein großes Danke an Sie und die TK für die Ermöglichung. Unsere Kinder und wir sind sehr dankbar.”

Auf die Anfrage von den sehr engagierten Pädagogen*innen wird mittlerweile das “PEP” für alle Stufen angeboten und  ist sehr beliebt. Das Verständnis für Methoden zur Stressregulierung, Bewegung und Entspannung wurde deutlich durch den Lockdown verstärkt. 

Corona hat auch etwas Positives

Die Pandemie wirkt wie eine Lupe und zeigt uns die Probleme auf, die schon vorher da waren und nach Lösungen verlangt haben. Es hat das Bewusstsein für Digitalisierung,  Prävention und Gesundheit gestärkt und zeigt der ganzen Welt, dass das höchste Gut unsere Gesundheit ist. Ohne Gesundheit keine Teilhabe am Leben. Gesundheit ist Leben und Gesundheit ist etwas Positives, dass es immer zu fördern und zu bewahren gilt. Bereits vor der Pandemie sind Gesundheitsförderung und Prävention globale Themen gewesen, die verstärkt angegangen werden müssen. 

Das Achtsamkeit und der Umgang  mit Krisensituationen Online geschult werden kann, war vor dem Lockdown für uns nicht vorstellbar. Zoom machte das unvorstellbare möglich:

“Sezai Coban hat einen eigenen Zoom-Raum und bietet dort weiterhin PEP für die Jugendlichen, als auch für das pädagogische Team an.  Wir freuen uns sehr, so eine gute Möglichkeit gefunden zu haben, denn gerade jetzt brauchen  wir alle, vor allem aber die Jugendlichen(!), sicher besonders viel Achtsamkeit und Wege für sich selbst mit der Situation gut umgehen zu können.” -S.Starz Schulleitung der Freien Schule Lindau.

Jede Krise ist zugleich auch eine Entwicklungsbeschleunigung!

Bewältigungsmöglichkeiten in der Pandemie

Eine Krise wie die COVID-19-Pandemie kann vielfältige Auswirkungen auf Kinder haben,(…) Typischerweise beobachtete Reaktionen auf Stress können dabei anklammerndes Verhalten bei den Bezugspersonen, Ängste, Stimmungsschwankungen, Rückzugsverhalten, Albträume, (…)  aber auch Wut und Ärger sein.”

https://www.aerzteblatt.de/archiv/213283/COVID-19-Pandemie-Psychische-Belastungen-koennen-reduziert-werden

Mittel- und langfristig wissen wir noch nicht, welche Auswirkungen die Schüler*innen davon tragen werden. In einer einer E-Mail Unterhaltung mit Frau  Dr. Jana May-Schmidt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, schrieb Sie mir folgendes:

Psychische Gesundheit ist zentral für unser Wohlbefinden. Viele Menschen haben das Gefühl, dass ihr Leben anstrengender, stressiger, schneller wird – nicht nur, aber auch wegen der Herausforderungen, vor die uns die Corona-Pandemie stellt und die sich individuell ganz unterschiedlich auswirken. Stress und Belastung führen nicht automatisch zu einer psychischen Erkrankung, doch was für viele ein Mehr an Belastung ist, kann für andere bedeuten, dass aus Belastung Überlastung und sogar eine Erkrankung wird.”

Klar ist, das wir nun über Vernetzungen und gemeinsame Kooperation hier deutlich mehr erreichen können.  Das “PEP“ zielt insbesondere auf die Sensibilisierung der Menschen für einen offenen Umgang mit psychischen und emotionalen Belastungen ab. Darüber hinaus bietet es einen Impuls für eine stärkere Vernetzung der Präventionsträger und ihrer Angebote in Schulen, durch eine bundesweite Kampagne.

Soweit möglich, soll im weiteren Prozess die Erreichbarkeit und der Zugang des PEP- Angebots für Schulen vereinfacht werden. Eine Einbindung und die aktive Beteiligung privater gemeinsam mit institutionellen Akteuren soll in diesem Rahmen ermöglicht werden.

Für Anregungen, Kooperationsanfragen und  aktuelle Informationen kontaktieren Sie uns gerne unter: http://gesundheitsfoerderung-praevention.de/


Categories: BLOG

Post Your Thoughts